Gemeinde Rödinghausen

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 Nonnenstein

Nonnenstein
Wahrzeichen der Gemeinde Rödinghausen - Der Nonnenstein auf dem Kamm des Wiehengebirges.
© Gemeinde Rödinghausen

Lesen Sie hier zwei Sagen zum Nonnenstein:

Das Nonnenkloster auf dem Nonnenstein

Oben auf dem Kamm des Wiehengebirges bei Rödinghausen, wo einst eine stolze Ritterburg gestanden hatte, befand sich später ein Kloster. Dies hatte die Tochter des Ritters vom Nonnenstein gegründet nach ihrem Entschluss, Nonne zu werden. Dieses Kloster gehörte zum Stift Herford und die Bauern von Rödinghausen waren dem Stift gegenüber abgabepflichtig. Sie mussten ihren Zehnt abliefern an der Zehntscheune des Schultenbauern in Rödinghausen.

Unter seiner Gründerin entfaltete das Kloster eine mildtätige und segensreiche Wirkung und die Bauern von Rödinghausen blickten oft in Dankbarkeit vom Dorfe hoch zum Kloster auf dem Berg.

Auf seine Gründerin folgten weitere Äbtissinnen, die das Kloster leiteten. Mit der Zeit hatten die Abgaben aus Rödinghausen das Kloster aber reich gemacht und dieser Reichtum hatte die Klosterfrauen üppig, stolz und hart gemacht. Den Rödinghausern, die ihnen gegenüber jährlich Abgaben erbrachten, wurden sie so zu einer schweren Plage.

Da geschah es, dass sich nach einigen Jahren schlechter Witterung Mangel und Not im Land ausbreiteten. Die Speicher des Klosters aber waren reichlich gefüllt und Üppigkeit herrschte oben in den prächtigen Gemächern. Die Bauern versuchten es noch einmal, sie gingen zum Kloster und baten um Erbarmen und Hilfe. Schnöde aber wurden sie abgewiesen. Daraufhin sprachen sie: „Ein Stein erbarmt sich ja wohl und ihr nicht?!“

Und sie taten sich zusammen und sagten weiterhin: „So geht das nicht weiter! Dagegen müssen wir uns wehren!“ Sie verabredeten sich eines Nachts und zogen heimlich den Berg hinauf zum Nonnensteinkloster. In ihrer Wut vertrieben sie die Nonnen, zerstörten das Kloster und stürzten die Steine des Klosters den Abhang hinunter. Nur einen der Seitentürme ließen sie stehen als mahnendes Zeichen. Er steht bis auf den heutigen Tag auf dem Berg über Rödinghausen und dient jetzt als Aussichtsturm. Dieser Grundstein dreht sich jede Nacht zur Mitternacht einmal um seine eigene Achse – und das bis auf den heutigen Tag.

Wer es einmal hören möchte, der muss abends auf den Nonnenstein gehen. Genau um Mitternacht hört man das Grummeln im Berge. Dies ist der Grundstein, der sich einmal um die eigene Achse dreht.

Das Ritterturnier auf dem Nonnenstein

Im Mittelalter soll auf dem Wiehengebirge, oberhalb von Rödinghausen, eine stolze Ritterburg gestanden haben. Der Ritter war sehr wohlhabend, hatte einen großen Hofstaat und eine wunderschöne Tochter. Leider hatte er keinen Sohn und er war bestrebt, einen möglichst wohlhabenden Schwiegersohn zu bekommen.

Nun aber war seine schöne, liebreizende Tochter verliebt in den Ritter von der Limburg, die gar nicht weit nördlich liegt. Der Ritter von der Limburg war aber arm und somit nicht nach dem Geschmack des Ritters vom Nonnenstein.
Als nun der Limburger Ritter kam und um die Hand der Tochter anhielt, da war der Ritter vom Nonnenstein enttäuscht und sagte: „So einen armen Schwiegersohn will ich nicht haben.“ Er schrieb ein Turnier aus und sagte: „Der Sieger dieses Turniers soll um die Hand meiner Tochter anhalten dürfen.“

Nun wurden alle Vorbereitungen getroffen und weit herum die Ritter zu diesem Turnier eingeladen. Als es soweit war, wurden ein Platz und eine Tribüne für die vielen Gäste hergerichtet und die zahlreichen Ritter begaben sich in prächtigen Rüstungen auf ihren Pferden zum Turnier. Ein Ritter unterschied sich von allen anderen, das war der „schwarze Ritter“. Er hatte kein Wappen, gab sich auch nicht zu erkennen und hielt sein Visier verschlossen.

Das Turnier begann und die einzelnen Ritter kämpften gegeneinander, bis zum Schluss einer als Sieger hervortrat: das war der „schwarze Ritter“, und es wusste immer noch keiner, wer das wohl sein konnte. Er ritt vor die Tribüne und öffnete sein Visier. Da stellte sich heraus, dass es der arme Ritter von der Limburg war. Der Ritter vom Nonnenstein war empört und erzürnt und sagte: „Das Turnier ist noch nicht zu Ende! Der letzte Kampf zwischen mir und dem Sieger!“ Er zog sich seine Rüstung an und setzte sich auf sein Pferd. Atemlose Stille herrschte, als sich diese beiden gegenüber standen. Auf ein Zeichen hin galoppierten sie so ungestüm aufeinander los, dass nicht nur einer den anderen vom Pferd herunterwarf; sie durchbohrten sich gegenseitig mit ihren Lanzen und fielen beide tot von ihren Pferden. Die Tochter war erschüttert und nahm ihren geliebten Ritter von der Limburg in den Arm.

Aus Trauer darüber, dass dieses nun geschehen war, entschloss sie sich nicht zu heiraten, sondern hier auf der Ritterburg ein Nonnenkloster zu gründen.