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Arbeiten zur Sicherung der Kirchhofmauer sind gestartet 12.07.2019


Stahlträgerkonstruktion ermöglicht Erhalt des steinernen Denkmals

Arbeiten zur Sicherung der Kirchhofmauer sind gestartet
Endlich eine Lösung: Pastor Gerhard Tebbe (links im Bild) und Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer vor der Mauer an der Bartholomäuskirche.
© Gemeinde Rödinghausen
© Gemeinde Rödinghausen

Rödinghausen. Schön und historisch sieht die Mauer am südlichen Rand des Bartholomäuskirchhofs aus. Nur wirklich stabil ist das alte Bauwerk nicht mehr. Jetzt haben die Arbeiten zum Erhalt des Bauwerks begonnen. „Wir bauen dort fünf Stahlträgerstützen ein, um zu verhindern, dass die Last von Kirche und Erdreich die Mauer Richtung Kirchweg drückt und Fußgänger, Rad- und Autofahrer gefährdet“, sagt Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer.

In Abstimmung mit der Kirchengemeinde und den zuständigen Denkmalschutzbehörden hat die Gemeinde das Rödinghauser Bauunternehmen Beinke mit den Erdarbeiten beauftragt. Die Firma Egbert Metallbau aus Melle hat die Stahlstützen, die alle individuell angefertigt werden müssen, bereits ausgemessen. Vor dem Einbau werden die Stützen noch verzinkt. Für die Stützkonstruktion sind bereits senkrecht Stahlträger im Boden versenkt worden. Die werden dann jeweils einer der angefertigten Dreieck-Stützen Halt geben, die wiederum mit einer Seite gegen die Mauer drücken. „Ist die Mauer so gesichert, kann die halbseitige Sperrung des Kirchwegs aufgehoben werden, die der Kreis Herford 2014 für den Bereich zwischen den beiden Treppenaufgängen angeordnet hatte“, kündigt Bürgermeister Vortmeyer an. Die Straße im Ortskern von Rödinghausen ist in Zukunft also wieder voll nutzbar.

Mit dieser Lösung, die auf Initiative der Gemeinde durch den Rödinghauser Guido Horst, dem geschäftsführenden Gesellschafter beim Ingenieurbüro Grage Tragwerksplanung in Herford, erarbeitet wurde, geht nun ein zehn Jahre andauernder Prozess zu Ende. Im Dezember 2008 informierte die Kirchengemeinde die Untere Denkmalbehörde (UBD) der Gemeinde Rödinghausen darüber, dass die Mauer Schäden hat. Die Verwaltung der Gemeinde kontaktierte daraufhin den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und das Westfälische Amt für Denkmalpflege (WAfD), um in Abstimmung eine Lösung zur Instandsetzung zu finden.

Das gestaltete sich allerdings schwieriger, als gedacht. Die von der Kirchengemeinde favorisierte Lösung, die Mauer abzutragen, eine tragende Stahlbetonwand zur errichten und diese mit den jetzigen Mauersteinen zu verblenden, entsprach nicht den Vorgaben des Denkmalschutzes, der den Erhalt und nicht den Wiederaufbau vorschreibt. Entsprechend schlug das WAfD unter anderem vor, die historische Mauer so zu belassen und zur Sicherung davor eine Stahlbetonwand zu errichten. Dadurch wäre das Denkmal erhalten geblieben, aber nicht mehr zu sehen gewesen und das Erscheinungsbild des Dorfkerns hätte sich stark verändert. Die Möglichkeit der Vernadelungstechnik, bei der zur Sicherung durch Löcher in der Mauer Stahlstangen im Erdreich dahinter verankert worden wären, war nicht kalkulierbar. Die Beschaffenheit des Erdreichs unter dem Kirchenvorplatz hätte sich erst beim Installieren der nötigen Bodenanker offenbart und möglicherweise zu hohen Folgekosten geführt.

Es musste also eine andere Möglichkeit gefunden werden, um zumindest die Sicherheit an der Kirchhofmauer wieder herzustellen. Die Gemeinde gab daher in enger Zusammenarbeit mit Pastor Gerhard Tebbe von der Kirchengemeinde die Erarbeitung einer kostengünstigen Lösung zum Erhalt der Mauer in Auftrag. Auf Initiative von Bürgermeister Vortmeyer stellte der Statiker Guido Horst diese Lösung 2018 den Vertretern des Ministeriums und der Denkmalbehörde in Münster vor. Alle Beteiligten stimmten der Planung der Gemeinde zu, sodass die Arbeiten an der Mauer jetzt starten konnten, die Sicherheit wieder hergestellt und das historische Erscheinungsbild im Zentrum von Rödinghausen erhalten werden kann.